Zinswende

4 % für Tagesgeld: Sparer schichten in Festgeld um

GoldGeldWelt Redaktion - 18.08.2023

Für Tagesgeld gibt es bei einzelnen Banken wieder 4 % Zinsen. Trotzdem schichten Anleger ihr Geld verstärkt in Termineinlagen um. Den Trend registrieren Sparkassen und Genossenschaftsbanken ebenso wie die Bundesbank.

Sparer kehren Tagesgeld den Rücken. Wie der Genossenschaftsverband am Mittwoch mitteilte, ging das Volumen an täglich fälligen Einlagen deutlich zurück – ein Trend, der sich seit November 2022 beobachten lässt und der demnach 2023 an Fahrt gewonnen hat. Nach zwölf Jahren Anstieg reduzierten sich die täglich fälligen Einlagen im ersten Halbjahr um 8,4 % bzw. 21,4 Milliarden EUR auf 234,5 Milliarden EUR.

Ganz anders verhält es sich bei Termineinlagen. Hier kam es im ersten Halbjahr zu einem Zuwachs um fast 150 % auf knapp 34 Milliarden EUR. Die Statistik des Verbands belegt damit: Anleger nutzen das höhere Zinsniveau, um von Sichteinlagen mit variabler Verzinsung in längerfristige Termineinlagen umzuschichten.

„Während wir in der langen Phase mit Null- und Negativzinsen eine eindeutige Dominanz der Anlagemotive Sicherheit und Liquidität gesehen haben, ist aktuell auch Rentabilität wieder ein Thema“, kommentiert der Vorstandsvorsitzende des Genossenschaftsverbandes, Ingmar Rega.

Anteil der Sichteinlagen noch immer bei 69 %

Dennoch beträgt der Anteil der Sichteinlagen an den gesamten Einlagen noch immer 69 %. Der Verband rät deshalb, die „vorhandene erhebliche Überliquidität“ in längerfristige Anlagen bzw. ertragreichere Assetklassen umzuschichten. Das Zinssparen könne „die hohe Inflation nicht ausgleichen, zumal die Sparfähigkeit wegen der zunehmenden laufenden Ausgaben zurückgeht“.

Die Zahlen beziehen sich auf die 302 Volksbanken und Raiffeisen in 14 Bundesländern, die durch den Verband vertreten werden. In Bayern und Baden-Württemberg sowie in der Region Weser-Ems gibt es eigenständige Genossenschaftsverbände. Im Verband sind zudem bestimmte Institute wie etwa PSD-Banken, Sparda-Banken, Apo Bank und Kirchenbanken nicht vertreten.

Auch die Sparkassen melden Rückgänge bei den Sichteinlagen. So berichtete der Landesverband Baden-Württemberg über einen Rückgang der Spar- und Sichteinlagen von 160 Milliarden EUR Ende Juni 2022 auf 145 Mrd. EUR ein Jahr später. Gleichzeitig wuchs das Volumen der Termineinlagen und Eigenemissionen (z.B. Sparbriefe) um 17 Milliarden EUR.

Auch die Sparkassen verweisen darauf, dass die gestiegenen Zinsen die Inflation noch lange nicht ausgleichen. 6 % Inflationsrate bei einer Rendite von um die 2 % bei sicheren Bundesanleihen ergebe einen negativen Realzins von -4 %, kommentierte Sparkassenpräsident Peter Schneider. Dies könnten normale Sparer nicht ausgleichen.

Die Bundesbank hatte bereits für das erste Quartal einen Trend zu längerfristigen Anlagen ausgemacht. So wurden im ersten Vierteljahr die Sichteinlagen um 56 Milliarden EUR reduziert – ein Rückgang wie nie zuvor. Dafür wuchs das Volumen der Termineinlagen um 45 Milliarden EUR.

Festgeld lohnt sich wieder

Ein Blick in die einschlägigen Zinsranglisten macht deutlich, dass sich Festungsanlagen durchaus wieder lohnen können – zumindest für Sparer, die damit rechnen, dass die Inflation in den kommenden Monaten und Jahren ein Stück weit sinkt. So lassen sich gleich mehrere Anbieter mit deutscher Einlagensicherung auffinden, bei denen einjährige Festzinsanlagen mit 4 % oder höher verzinst werden.

Doch auch die Zinsen für Tagesgeld sind gestiegen. 2,5 % und mehr sind heute auch ohne Suche nach speziellen Neukundenangeboten leicht möglich. Eine Bank kündigte für den kommenden Monatswechsel sogar eine Erhöhung des Tagesgeldzinssatzes 4 % an. Das Problem: Die Zinsen für Tagesgeld können rasch sinken, wenn die Notenbanken bei den Leitzinsen den Rückwärtsgang einlegen.

Kreditgeschäft wird schwieriger

Deutlich schwieriger ist für die Institute das Kreditgeschäft. Die Sparkassen im Südwesten berichten über einen Rückgang um über 40 % im Vergleich zum ersten Halbjahr des vergangenen Jahres. Waren in den ersten sechs Monaten 2022 noch 19,4 Milliarden EUR ausgereicht wurden, waren es im selben Zeitraum in diesem Jahr lediglich 11,1 Milliarden EUR.

Beim privaten Wohnungsbau wurde mit 60 % sogar ein noch höherer Rückgang verzeichnet. „Einen Einbruch in dieser Größenordnung hatten wir in Baden-Württemberg noch nie. Es zeigt die Unsicherheit, aber es ist vor allem auch eine Folge der Rezession, die Deutschland erfasst hat“, so Schneider.

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