Wegen Krieg in der Ukraine

Fonds und ETFs trennen sich von russischem Gold

GoldGeldWelt Redaktion - 30.12.2022

Fonds und ETFs bauen offenbar ihre Bestände an russischem Gold ab. Der Grund ist der Krieg in der Ukraine: Institutionelle Investoren möchten sich von mit Russland verbundenen Assets trennen.

Goldfonds- und ETFs bzw. ETCs trennen sich offenbar verstärkt von Gold russischer Herkunft. Dies berichtet die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf eigene Analysen. Demnach zeigen Daten von elf Investmentfonds aus westlichen Ländern, dass im Zeitraum von Juli bis November russisches Gold im Marktwert von 2,2 Milliarden USD aus den Tresoren entfernt wurde.

Ein Rückgang der Goldbestände an sich ist in der derzeitigen Situation keine Überraschung. Aufgrund der steigenden Zinsen trennen sich viele Anleger von physischen Goldbarren. Laut den Daten von Reuters betrifft der Rückgang russisches Gold jedoch deutlich stärker als Gold aus anderen Ländern.

ETFs weisen Depotbanken zum Ausstieg aus russischem Gold an

Reuters beruft sich auf zwei Quellen bei börsengehandelten Anbietern börsengehandelter Goldprodukte, die zusammen hunderte von Tonnen Gold lagern. Beide ETFs gaben demnach an, sich gerne von Gold mit russischem Hintergrund trennen zu wollen. Ein ETF hat die eigene Depotbank sogar beauftragt, so wenig russisches Metall wie möglich zuzuweisen.

Für Anleger lässt sich durchaus herausfinden, woher das Gold im Bestand eines ETFs stammt. Viele Gold ETFs bzw. ETCs veröffentlichen regelmäßig detaillierte Angaben zu ihren Beständen. In den Dokumenten sind der Hersteller, die Barrennummer- und Größe  und der Lagerungsort angegeben (ein willkürlich ausgewähltes Beispiel für den Invesco Physical Gold ETC findet sich hier).

Am Barrenhersteller lässt sich erkennen, ob Gold einen russischen Hintergrund hat. Dies ist in der Regel nur der Fall, wenn das Gold vor dem 7. März produziert wurde. Zu diesem Datum hat die London Bullion Market Association (LBMA) sechs Gold- und Silberhersteller suspendiert. Ältere Bestände können sich jedoch durchaus noch in den Depots der Fonds befinden.

Suspendiert wurden durch die LBMA diese Unternehmen:

  • JSC Krastsvetmet  

  • JSC Novosibirsk Refinery

  • JSC Uralelectromed

  • Moscow Special Alloys Processing Plant

  • Prioksky Plant of Non-Ferrous Metals  

  • Shyolkovsky Factory of Secondary Precious Metals, SOE

Ein Detail, auf das auch die LBMA hinweist und das für Besitzer bzw. Käufer von physischem Gold wichtig sein kann: Nur weil auf einem Goldbarren kyrillische Markierungen verwendet wurden, handelt es sich nicht zwingend um Material aus russischer Herkunft. Die Barren könnten zum Beispiel auch aus Kasachstan oder Usbekistan stammen.

Verkauf soll kontrolliert und schrittweise erfolgen

Anbieter von Gold ETFs und ETCs möchten ihren Kunden durch den Verzicht auf russisches Gold entgegenkommen. Reuters zitiert eine Quelle, der zufolge manche Kunden mit Blick auf die Barrenliste aufgrund der russischen Anteile erschreckt seien.

Einen ruckartigen Ausverkauf der russischen Bestände soll es aber nicht geben. Vielmehr geht es den betroffenen Akteuren um eine kontrollierte, schrittweise Trennung von russischem Gold. In den letzten Monaten wurden Reuters zufolge einige Bestände nach Asien verschifft.

Einen Zwang gibt es nicht: Wurde Gold vor dem 7. März in Russland produziert, fällt es nicht unter die westlichen Sanktionen – solange es nicht einer sanktionierten russischen Person oder einem sanktionierten russischen Unternehmen gehört.

19 % weniger russisches Metall

In den elf durch Reuters untersuchten Fonds/ETCs befinden sich 19 % weniger Goldbestände aus russischer Herkunft als noch im Juli. Die Bestände an nicht-russischem Gold wurden um lediglich 9 % abgebaut.

In den elf Fonds befanden sich Ende November 2300 t Gold im Wert von 31 Milliarden USD. Der größte Teil wird durch J.P. Morgan und HSBC verwaltet. HSBC lagert demnach 1100 t Gold für die elf Fonds und reduzierte russisches Gold seit Juli um 20 %, nicht-russisches Gold um 10 %. J.P. Morgan lagert 1050 t für die Fonds und reduzierte russisches Gold um 13 %, nicht-russisches Gold um 9 %.

Die durch die LBMA überwachte Goldmenge in den Londoner Tresoren ist in den ersten elf Monaten des Jahres um 468 t bzw. 5 % zurückgegangen. Geliefert wurde insbesondere nach China, Indien und in den Nahen Osten.

Weitere relevante Beiträge zu diesen Themen finden Sie unter  GoldFondsETFsETCsRusslandUkraineRussland-Ukraine KriegGoldfondsGoldbeständeGoldbarrenGoldmarktPapiergoldInvesco Physical Gold ETCLBMAKasachstanUsbekistanJP MorganBankenHSBCChinaIndien  und  Sanktionen .

Rohstoffpreise

Goldman Sachs bleibt dabei: Die Rohstoff-Rallye kommt

Cerro de Pasco Resources

Zink, Blei und Silber aus Peru: Resultate aus 2022 und Ausblick für 2023

Goldminenaktien stark im Plus

Gold kratzt an 2.000 USD: Allzeithoch in Sicht?

Hinweis auf mögliche Interessenskonflikte

Die hier angebotene Berichterstattung stellt keine Kauf- bzw. Verkaufsempfehlung von Wertpapieren dar und ist weder explizit noch implizit als Zusicherung etwaiger Kursentwicklungen zu verstehen. Die Munsch International LTD und ihre Autoren schließen jede Haftung diesbezüglich aus. Die Berichterstattung dient ausschließlich der Leserinformation und stellt zu keinem Zeitpunkt eine Handlungsaufforderung dar. Zwischen der Munsch International LTD und den Lesern der von ihr veröffentlichten Artikel entsteht keinerlei Beratungsverhältnis. Die Berichterstattung bezieht sich lediglich auf die jeweils genannten Unternehmen, nicht aber auf eine individuelle Anlageentscheidung. Laut §34b WpHG möchten wir darauf hinweisen, dass Partner, Autoren, Mitarbeiter und sonstige Bekannte der Munsch International LTD Wertpapiere der jeweils angesprochenen Unternehmen halten können und den Handel mit diesen Wertpapieren beabsichtigen, wodurch ein Interessenskonflikt bestehen kann. Ferner kann zwischen den hier erwähnten Unternehmen und der Munsch International LTD ein Beratungs- oder sonstiger Dienstleistungsvertrag bestehen oder bestanden haben, womit ebenfalls ein Interessenkonflikt besteht. Da wir zu keinem Zeitpunkt ausschließen können, dass auch andere, Medien, Research- und Börseninformationsdienste die von uns erwähnten Werte im gleichen Zeitraum besprechen, kann es zu einer symmetrischen Informations- und Meinungsgenerierung kommen. Eine Veränderung, Verwendung oder Reproduktion dieser Publikation ohne eine vorherige schriftliche Zustimmung von der Munsch International LTD ist untersagt. Bitte lesen Sie auch unsere vollständigen AGB und Disclaimer.

Top informiert, clever investiert

Über 150.000 Leser kennen GoldGeldWelt. Erhalten Sie kostenfrei die neusten Artikel aus der Redaktion und zeitkritische Informationen zu Aktien unserer Watchlist.

Durch Klick auf die Schaltfläche erklären Sie sich mit unseren AGB und Datenschutzbestimmungen einverstanden.

Folgen Sie uns auf Social Media
Kapazität steigt um 107 GW

IEA: Rekordwachstum bei Erneuerbaren Energien

Vermögensanlage

MSCI World Alternativen: Diese Indizes und ETFs eignen sich

In Gold anlegen: Warum Privatanleger nun Gold kaufen sollten

Tech is Back: Automatisiert Gewinnen!

Big-Tech reißt sich um KI-Zukunftsmärkte der digitalen Revolution und treibt damit ihr Wachstum. Das Internet of Things (IoT) bietet mit disruptiven Trends brandheisse Gewinnchancen in diesem Boomsektor. Laden Sie jetzt unseren Spezialreport herunter und erfahren Sie welche IoT Pureplay-Aktie wir aktuell auf der Watchlist haben:

Hier Ebook als PDF downloaden