Hang Seng im Aufwind

Investieren in den wichtigsten chinesischen Aktienindex

GoldGeldWelt Redaktion - 11.01.2022

In den Tagen der Corona-Pandemie schwanken die deutschen und amerikanischen Indizes stark. An manchen Tagen gibt es kleine Gewinne, an anderen gehen die Kurse nach unten. Was liegt näher, als in den führenden chinesischen Aktienindex zu investieren? Der chinesische Markt boomt trotz Corona. China ist ein Zukunftsmarkt.

Der Hang Seng Index (HSI) verzeichnete am 09.Januar 2022 einen Kurs von 23.605,96 Punkten. Im Wochenchart zeigt der Trend deutlich nach oben. Am 05.Januar lag der HSI noch bei 22.811,98 Punkten.

Der Hang Seng Index enthält die 50 wichtigsten und größten Aktiengesellschaften, die an der Hongkonger Börse gehandelt werden. Herausgeber ist die Hang Seng Bank, die im Index selbst vorhanden ist und sich in der Marktkapitalisierung der Hongkonger Banken an zweiter Position befindet.

Auch in China leiden die Aktien und Indizes unter der Corona-Krise. Der HSI befand sich am 29.01.2018 auf dem bisher höchsten Stand. An diesem Tag stand das Papier bei 33.484,08 Punkten. Inzwischen ist der HSI weit nach unten gerutscht. Der Trend im Chart führt in der Monatsansicht im Januar nach oben. Das liegt vor allem an den starken Finanzpapieren und den Branchenriesen Xiaomi und Alibaba, die zu dem HSI gehören.

Starke Unternehmen stützen den Index und bringen ihn nach oben

Im HSI sind starke und große Unternehmen enthalten. Mit 49% nehmen die Finanzunternehmen aus Hongkong den größten Platz im Index ein. Es folgen Immobilien-, Bau- und IT-Unternehmen. Viele dieser Firmen klingen hierzulande fremd und unbekannt. So werden die meisten die AIA Group, Tencent, HBC, Ping An Insurance und die China Construction Bank kaum kennen. Börseninteressierten sollten jedoch die Unternehmen Xiaomi und Alibaba ein Begriff sein. Xiaomi ist mit seinen Smartphones und anderen IT-Produkten auch auf den europäischen Markt vertreten.

Die AIA Group ist ein Versicherungsunternehmen, dass mit 10,48 % den stärksten Anteil am Index unterhält. Sie erzielt jährlich einen Umsatz von etwa 38 Mio. US Dollar. Ihre Leistungen richten sich an Privatpersonen und Unternehmer. Neben Versicherungen vertreibt das Unternehmen auch Produkte in der Vermögensverwaltung. Neben dem Hauptsitz in Hongkong gibt es 18 Märkte und mehrere Tochtergesellschaften im asiatischen Raum. Der Gewinn der AIA beläuft sich auf 6,1 Mrd. US Dollar. Der Börsenwert beträgt 111 Mrd. US Dollar (WKN: A1C7F3).

Aktien aus der Automobilindustrie, der Textilindustrie, dem Konsumgüter- und der Gesundheitssektor sind im HSI nicht enthalten. Die Gewichtung auf den Finanzbereich und den IT-Sektor macht den Index stark, kann sich in einem ungünstigen Fall jedoch auch negativ auswirken. Noch kommt man in China mit der Corona-Krise, dem Chipmangel, den Mangel an Rohstoffen wie Aluminium und Magnesium halbwegs gut klar. Vorhandene Ressourcen werden für die eigene Produktion genutzt. Ein Mangel entsteht im europäischen und amerikanischen Raum. In Asien ist das weniger ein Problem. Chips sind aber auch hier knapp.

Um in den HSI aufgenommen zu werden, muss ein Unternehmen mit seinen Aktien mindestens zwei Jahre an der Börse in Hongkong geführt werden. Das Unternehmen muss ganz vorn mitspielen. Handelsvolumen und Marktkapitalisierung müssen 90% im Vergleich zu anderen Wertpapieren ausmachen. Bei den fünf bestplatziertesten Unternehmen an der Hongkonger Börse gibt es eine Ausnahme. Sie müssen nur 3 Monate an der Börse notiert worden sein. Für die Plätze 6 bis 15, 16 bis 20 und 21 bis 25 gibt es weitere gestaffelte Ausnahmen. Je nach Position müssen die Unternehmen mit ihren Aktien 6, 12 oder 18 Monate an der Hongkonger Börse gelistet worden sein. Die Zusammenstellung der im HSI gelisteten Unternehmen wird alle 3 Monate überprüft und korrigiert.

Investieren in chinesische Unternehmen nicht leicht gemacht

Die politischen Differenzen zwischen der EU, Amerika und China sorgen dafür, dass es nicht leicht ist, auf dem chinesischen Aktienmarkt zu investieren. Neben dem Handel mit einzelnen Aktien steht nur ein ETF zur Verfügung. Das Risiko ist geringer, als beim Kauf von einzelnen Aktien. Im Lyxor Hong Kong (WKN LYX013) ist der HSI enthalten.

Ein Kauf des Lyxor Hong Kong ist riskant. Mit nur 115 Mio EUR ist der Fond nicht gerade stark. Es besteht das Risiko, dass er aufgrund von Unwirtschaftlichkeit vom Markt genommen wird. Jedes halbe Jahr wird eine Dividende ausgeschüttet.

Einige dem HSI untergeordneten Indizes bieten bessere Möglichkeiten. Der HSBC Hang Seng TECH (WKN: A2QHV0) enthält die 30 wichtigsten Technologiepapiere aus dem Hang Seng Index. Im Hang Seng China Enterprise Index (WKN LYX011) sind 50 große Unternehmen geführt, die auf dem Festland von China ihren Sitz haben. Der Finanzsektor nimmt hier ganze 64% ein. Es folgen Papiere von Energieunternehmen, der Telekommunikation, der IT-Branche und der Konsumgüterproduktion.

Wer riskante Börsengeschäfte mag, kann Hebelprodukte auf den HSI erwerben. Mit einer Call- oder Put-Option setzt man auf ein Steigen oder Fallen des Indexes. Die Derivate liegen mit einem Hebel von 2,0 bis 12,9 vor. Die Papiere kosten von 2,05 bis 13,10 EUR je Aktie (Stand 10. Januar 2022). Der Unlimited Turbo-Optionsschein SR9U22 lag an dem Tag, an dem dieser Beitrag entstand, bei 2,050 EUR bei einem Hebel von 12,9. Am 05. Januar lag das Papier noch bei 1,160 EUR. Der Wert hat sich fast verdoppelt. Bei diesem Hebel hätte ein Anleger einen satten Gewinn eingefahren.

Wer im asiatischen Markt und vor allem in China investieren möchte, findet noch weitere Indizes, die auch in verschiedenen ETFs gelistet sind. Dazu gehören unter anderem der CSI 300, der MSCI China A und der MSCI China A Inclusion. Alle drei Indizes haben sich in letzter Zeit positiv entwickelt. Ein Handel mit den Wertpapieren ist nur auf Umwegen möglich, so über ETFs. China teilt seine Wertpapiere in drei Aktienklassen. Die A-Aktien sind nur Chinesen und einigen wenigen ausländischen Anlegern mit einer besonderer Lizenz vorbehalten.

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