World Gold Council

Zentralbanken und Privatanleger kaufen mehr Gold

GoldGeldWelt Redaktion - 03.11.2022

Zentralbanken haben im dritten Quartal fast 400 t Gold gekauft und damit die Nachfrage nach dem Edelmetall angekurbelt. Auch Privatanleger haben verstärkt zugegriffen -  aber nicht in allen Bereichen.

Wie der World Gold Council (WGC) am 1. November im Rahmen seiner quartalsweisen Berichte mitteilte, haben Zentralbanken im dritten Kalendervierteljahr die Rekordmenge von 399 t Gold gekauft. Dafür haben die Notenbanken rund 20 Milliarden USD ausgegeben.

Zentralbanken kaufen 399 t Gold

Die Käufe der Zentralbanken in den ersten drei Quartalen zusammen liegen jetzt schon höher als in sämtlichen einzelnen Jahren seit 2010. In diesem Zeitraum wurde nie so viel Gold durch Notenbanken gekauft wie im dritten Quartal dieses Jahres.

Sollte die Zentralbankennachfrage im vierten Quartal anhalten, dürfte das diesjährige Ankaufsvolumen das Niveau von 2019 deutlich übersteigen. Damals hatten die Zentralbanken im Gesamtjahr rund 660 t Gold gekauft.

Eine hohe Nachfrage entfiel auch auf den Schmuckbereich sowie Anleger, die in Goldbarren und Goldmünzen investieren. Rückläufig war die Nachfrage dagegen im Bereich der börsengehandelten Fonds, die im Auftrag ihrer Investoren Goldbarren lagern. Hier wurden Bestände auf den Markt geworfen.

Dem Bericht zufolge lag die Goldnachfrage (ohne Berücksichtigung des außerbörslichen Handels) im dritten Quartal bei 1181 t und damit um 28 % über dem Vorjahreszeitraum. Im Zeitraum seit dem Jahresbeginn lag die Nachfrage demnach um 18 % höher als im Vorjahr – und damit wieder auf einem Vor-Corona-Niveau.

543 t der Nachfrage entfielen auf den Schmuckbereich - ein Anstieg um 10 % zum Vorjahr. Dass sich im Schmuckbereich allmählich die sich global eintrübende Konjunktur bemerkbar macht, zeigt ein Blick auf die Schmucknachfrage seit Jahresbeginn. Hier lag die Nachfrage bei 1454 t – nur rund 2 % über dem Vorjahresniveau. Ein Großteil der Schmucknachfrage entfällt auf Indien (146,2 t) und China (163,4 t).

Investoren kaufen Barren und Münzen - aber meiden ETFs

Die Goldnachfrage aus dem Investmentbereich lag im dritten Quartal bei 144 t und damit 47 % niedriger als im Vorjahreszeitraum. Laut World Gold Council spiegelt dies die gedrückte Stimmung vieler Anleger wider. Allerdings stieg die Nachfrage nach Gold in Form von Barren und Münzen um 36 % auf 351 t. Dies konnte jedoch die Abflüsse aus dem Bereich der ETFs (227 t) nicht ausgleichen.

Auch im Bereich der Goldbarren und Münzen spielen Indien und China eine wesentliche Rolle. In Indien wurden 45,4 t Gold in dieser Form gekauft – 6 % mehr als im Vorjahr. In China stieg die Goldnachfrage in Form von Barren und Münzen sogar um 8 % auf 70,1 t.

Rückläufig war die Goldnachfrage aus dem Technologiebereich. Hier wurden 8 % weniger nachgefragt als im Vorjahreszeitraum. Der WGC führt dies auf eine rückläufige Verbrauchernachfrage im Elektronikbereich aufgrund der Konjunkturabschwächung zurück.

Das Goldangebot stieg um lediglich 1 % auf 1215 t. Die Minenproduktion ist dem Bericht zufolge das sechste Quartal in Folge gewachsen. Allerdings kam es gleichzeitig zu leichten Rückgängen beim Recycling.

Insgesamt produzierten die weltweiten Goldminen 949,4 t (Q3 2021:927,7 t). 275,8 t des Angebots stammten aus recyceltem Gold. Im dritten Quartal des Vorjahres waren es noch 292,8 t gewesen.

Viele Anleger von Goldpreisentwicklung enttäuscht

Der Goldpreis hat sich aus Sicht vieler Anleger in den vergangenen Monaten enttäuschend entwickelt. Im Frühjahr war kurzzeitig die Marke von 2000 USD pro Feinunze durchbrochen worden. Danach kam jedoch zu einem deutlichen Kursrückgang.

Aktuell notiert der Preis pro Feinunze bei rund 1620 USD. Der erhoffte Inflationsschutz lässt damit auf sich warten – wenngleich die Goldpreisentwicklung in Euro sehr viel günstiger aussieht.

Gleichwohl zeigt der WC Bericht, dass die Nachfrage insgesamt stabil bleibt. Insbesondere lässt sich kaum ein Nachfragerückgang infolge des steigenden US-Dollar erkennen. So haben die Währungen der beiden wichtige Nachfrageländer Indien und China gegenüber dem Greenback spürbar abgewertet, was mit steigenden Preisen für Käufer dort einhergeht.

Der Goldmarkt leidet zudem unter steigenden Zinsen am Geld- und Anleihemarkt. Steigende Zinsen sind gleichbedeutend mit höheren Opportunitätskosten für unverzinste Goldanlagen. 

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