Darum sind die Voraussagen nichts wert

Börsen-Prognosen 2024

- 06.01.2024

Alle Jahre wieder zum Jahreswechsel präsentieren Banken und Broker ihre Börsenprognosen. Für 2024 ergibt sich daraus frohe Kunde: Geht es nach dem Brokerhaus CMC Markets, steigt der DAX bis Ende 2024 auf 18.600 Punkte, ein Plus von rund 10%. Leider gibt es auch eine schlechte Nachricht: Glaubt man der Bank of America, fällt der DAX bis Ende 2024 auf 15.400 Punkte, ein Minus von fast 10%. Wer angesichts dieses Widerspruchs verwirrt ist, sollte sich die anderen 18 Prognosen der 20 befragten Häuser besser nicht anschauen. Frei nach dem Motto „frage 20 Experten und Du erhältst 21 Meinungen“, lauten die nämlich alle anders. Kein Wunder, dass viele Menschen die Börse angesichts dieser Ahnungslosigkeit der Experten für ein Spielcasino halten. Wild herumraten, wo der DAX in einem Jahr steht, kann man schließlich auch selbst. Doch wer will mit seinem sauer verdienten Geld schon derart zocken? Unsicherheit über die Zukunft ist allerdings kein spezielles Börsenthema. Auch Immobilienbesitzer können schließlich nur raten, welchen Preis sie für ihr Häuschen in einem Jahr erzielen werden. Und nur die wenigsten hätten wohl 2022 korrekt prognostiziert, dass der Wert ihrer Immobilie 2023 um über 10% fallen würde. Gemessen am Preisniveau auf dem deutschen Immobilienmarkt ist allerdings genau das passiert. Tatsächlich betrifft Unsicherheit über die zukünftige Preisentwicklung alle Sachwerte, seien es nun Aktien, Immobilien, Gold, Oldtimer oder Kunstwerke. Das liegt daran, dass Preise von Angebot und Nachfrage abhängen. Deren Entwicklung wiederum hängt stark von der Stimmungslage ab. Ob aber 2024 ein weiterer Krieg oder eine neue Pandemie die Anleger in Panik versetzen oder ob Frieden oder ein weiterer Durchbruch in Sachen KI die Fantasie der Anleger anheizen wird, ist schlicht unvorhersehbar. Langfristig ist das allerdings auch egal, denn mit der Zeit nimmt der Einfluss der Stimmungslage auf die Preisentwicklung ab – schließlich ist niemand, auch die Anleger-Herde nicht, dauerhaft ängstlich oder euphorisch. Mit abnehmendem Einfluss der Stimmungslage auf die Preise aber gewinnen fundamentale Faktoren an Gewicht. Bei Aktien ist das vor allem die Gewinnentwicklung. Schließlich sollte ein Unternehmen, das seinen Gewinn im Zeitverlauf verdoppelt, verdreifacht oder verzehnfacht auch entsprechend doppelt, dreimal oder zehnmal so viel wert sein. Die weltweiten Unternehmensgewinne wiederum folgen langfristig der globalen Umsatzentwicklung - und diese dem Welt-Bruttosozialprodukt als dem Wert aller weltweit produzierten Waren und Dienstleistungen zu jeweiligen Preisen. Zur so determinierten Wertsteigerung ihrer Unternehmen kommt für Aktionäre die jährlich kassierte Dividende. Setzt man in diese Formel für das langfristige Ertragspotenzial des globalen Aktienmarktes die im Mittel recht stabilen Werte von je 2 bis 3% für reales Wirtschaftswachstum, Inflation und Dividendenrendite ein, ergibt sich ein Ertragspotenzial von 6 bis 9% pro Jahr. Das wiederum führt in 15 Jahren zu rund einer Verdreifachung und damit zu einem zu erwartenden DAX-Stand von um die 50.000 Punkte. Hört sich zu schön an, um wahr zu sein und kann zudem erst in 15 Jahren auf Korrektheit geprüft werden? Nun, knapp eine Verdreifachung ist auch, was unsere Qualitätsaktien uns im IAC bzw. in unserem IAC-Club-Fonds mit seinen 50 internationalen Qualitätsaktien in den letzten 15 Jahren beschert haben. Wen interessiert es angesichts solch gut berechenbarer Langfristtrends da noch, wo der DAX Ende 2024 steht – allemal, wenn das ohnehin alle nur raten?

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GoldGeldWelt Gastautor

ist Geschäftsführer der TOP Vermögensverwaltung und des Itzehoer Aktien Clubs (IAC). Sein Spezialgebiet sind internationale Qualitätsaktien. Durch jahrzehntelange Erfahrung als institutioneller und privater Investor hat Jörg Wiechmann eine herausragende Kapitalmarktexpertise aufgebaut, die er in seinem IAC Monatsbericht und auf GoldGeldWelt regelmäßig teilt.

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