Aktienrückkäufe

US-Unternehmen kaufen eigene Aktien für 600 Mrd. USD zurück

GoldGeldWelt Redaktion - 24.05.2023

Unternehmen wie Apple und Microsoft sind die größten Käufer ihrer eigenen Aktien: Die Rückkaufsaktivitäten bewegen sich weiter auf Rekordniveau. Daten zeigen, dass Aktienrückkäufe für die Performance besser sind als Investitionen oder Übernahmen.

Wie das Wall Street Journal unter Berufung auf Daten des Marktforschungsunternehmens Birinyi Associates berichtet, haben die im Russel 3000 Index enthaltenen Unternehmen für dieses Jahr Aktienrückkäufe im Wert von 600 Milliarden USD angekündigt. Insgesamt belief sich das Volumen der angekündigten Rückkäufe auf 1,27 Billionen USD. Im vergangenen Jahr wurden eigene Aktien im Wert von 1,05 Billionen USD getätigt - ein Allzeithoch.

Aktienrückkäufe stützen den Gesamtmarkt

Für den breiten Aktienmarkt werden diese Rückkäufe immer wichtiger. Nicht zuletzt aufgrund der höheren Zinsen sind viele Anleger aus dem Aktienmarkt aus- und in risikoärmere Anlagen wie Anleihen und Geldmarktfonds eingestiegen. Der S&P 500 konnte in diesem Jahr dennoch um 8 % zulegen.

Vor allem die großen Technologiekonzerne investieren in die eigenen Papiere. Laut S&P Dow Jones Indices Data waren Apple, Alphabet, Meta Platforms und Microsoft im ersten Quartal die größten Käufer ihrer eigenen Aktien. Ganz vorn lag Apple mit einem Volumen 19,1 Milliarden USD. Die Aktien der vier Unternehmen sind deutlich stärker gestiegen als der Gesamtmarkt.

Winston Chua, Analyst beim Forschungsunternehmen EPFR, sieht „Rückkäufe in einem historisch hohen Tempo“. Daten der Bank of America zu den Anlagen der eigenen Kunden untermauern diese Einschätzung. Bis Mitte Mai hatten die Kunden – darunter auch Unternehmen, die Aktienrückkäufe tätigen – netto Aktien im Wert von 8,5 Mrd. USD gekauft. Ohne die Aktienrückkäufe hätte sich ein Nettoverkaufsvolumen von 25,3 Milliarden USD ergeben.

Analysten der Bank zufolge liegt der Anteil Rückkäufe an der Marktkapitalisierung des S&P500 „derzeit weiterhin über den Höchstständen von 2022“.

Steuer auf Aktienrückkäufe zeigt bislang keine Wirkung

Mit den Rückkäufen verringern die Unternehmen die Anzahl der umlaufenden Aktien. Dadurch steigt der Gewinn pro Aktie. Außerdem führen die Käufe an den Börsen zu tendenziell steigenden Kursen.

Für Aktionäre sind Rückkaufprogramme deshalb grundsätzlich positiv – zumal auf diesem Weg an die Anteilseigner ausgeschüttetes Geld anders als Dividenden steuerlich zunächst günstiger erscheint. Auf Aktienrückkäufe in den USA wird seit Beginn dieses Jahres eine Steuer in Höhe von 1,0 % erhoben.

Eine Anhebung des Steuersatzes auf 4 % wurde durch US-Präsident Joe Biden jüngst vorgeschlagen. Ben Lofthouse, Leiter Global Equity Income bei Janus Henderson sieht allerdings „keine Beweise“ dafür, dass die Steuer die Tendenz zu Aktienrückkäufen verändert haben könnte.

Zudem bieten Rückkaufprogramme Unternehmen mehr Flexibilität. Die Kürzung oder Streichung einer Dividende wird durch den Markt meist hart sanktioniert – die vorübergehende Aussetzung eines Aktienrückkaufprogramms ist aus Sicht der Führungsetage oft das mildere Mittel.

Aktienrückkäufe besser für die Performance als Investitionen

Aktienrückkäufe werden durch Ökonomen und Politik durchaus kritisiert. Argumentiert wird dann, dass Unternehmen in ihr eigenes Wachstum und nicht in die Aktionäre investieren sollten.

Joe Biden hatte zuletzt insbesondere die großen Ölkonzerne für Rückkaufprogramme kritisiert und gefordert, die Unternehmen sollten stattdessen in die Steigerung heimischen Produktion investieren – was diese trotz großer Cashbestände offenbar nicht tun. Sowohl im vergangenen Jahr als auch im Auftaktquartal dieses Jahres zählten Ölkonzerne zu den aktivsten Käufern eigener Aktien.

Der Markt scheint den Unternehmen allerdings recht zu geben. Analysten der Investmentbank Goldman Sachs berichteten letzte Woche, dass die Aktien von Unternehmen, die Aktionäre durch Rückkäufe und Dividendenzahlungen auszahlen, in den letzten 25 Jahren eine bessere Performance erreichen konnten als die Titel von Unternehmen, die auf Investitionen, Fusionen und Übernahmen setzten.

Die höheren Zinsen könnten allerdings das Tempo der Rückkäufe mittelfristig drosseln. Manche Unternehmen hatten in den Jahren 2020 und 2021 eigens Anleihen emittiert, um damit Aktienrückkäufe zu finanzieren.

Lofthouse jedenfalls wäre eigenen Angaben zufolge nicht verwundert, sollten sich die Rückkäufe aufgrund höherer Kosten für Fremdkapital nun verlangsamen. Auch eine Rezession könne die Rückkäufe drosseln.

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