bis zu 25% Kursverlust in einer Woche

Aktiencrash bei Amazon und Facebook: Was ist los mit den Tech-Giganten?

GoldGeldWelt Redaktion - 28.10.2022

Die Amazon Aktie hat in dieser Woche mehr 20 % an Wert verloren, die Meta (Facebook) Aktie sogar mehr als 25 %. Zusammen mit dem Verlust von mehr als 30 % im Nasdaq 100 seit Jahresbeginn zeichnet sich ein Bild ab: Ist der Tech Boom an sein Ende gekommen?

Diese Woche war für den Technologiesektor keine gute Woche. Der starke Dollar, die Sorge vor einer Rezession und weitere Faktoren haben einige Tech Giganten hart getroffen – härter, als die Anleger dies für möglich gehalten hätten.

Amazon Aktie verliert in einer Woche mehr als 20 %

Das Wall Street Journal rechnet zusammen: Allein die Aktien von Apple, Amazon, Microsoft, Meta (Facebook) und Alphabet (Google) haben im nachbörslichen Handel am Donnerstag zusammen mehr als 580 Milliarden USD an Marktkapitalisierung verloren. Der Grund: Die Quartalsmeldungen.

Die Amazon Aktie hat in dieser Woche mehr als 20 % verloren. Allein am Freitag ging es im vorbildlichen US-Handel um mehr als 12 % nach unten. Der Grund: Die Umsatzprognose verfehlte die Erwartungen der Marktteilnehmer um rund 15 %.

Das Wachstum im besonders wichtig eingeschätzten Cloud-Computing Sektor hat sich von 39 % im Vorjahr auf 27 % verringert. Auch bei Microsoft sah es im Bereich Cloud-Computing weniger gut aus. Das Wachstum lag bei 35 % – nach 50 % im Vorjahr. Eine weitere Verlangsamung des Trends wird durch Analysten erwartet.

Brisant: Die Geschäfte mit Cloud-Computing sind ein wichtiger Indikator für die Technologieakzeptanz in Unternehmen. Offenbar wird weniger in Technologie investiert – ein Hinweis auf eine sich verlangsamende Konjunktur.

Dazu passt auch die Meldung von Texas Instruments. Der Chiphersteller berichtet am Dienstag in einer Analystenkonferenz von einer sich ausbreitenden Schwäche auf dem Industriemarkt. Der weltweite Verkauf von PCs ging im dritten Quartal gegenüber dem Vorjahreszeitraum um fast ein Fünftel zurück – einen so starken Rückgang hatte es seit mehr als 20 Jahren nicht gegeben.

Dies trifft auch Intel. Das Unternehmen musste einen starken Umsatzrückgang im Quartal vermelden. Der schwache Verkauf von PCs dürfte der Prognose zufolge im kommenden Jahr noch weiter unter Druck geraten.

Auch Microsoft verzeichnete beim Verkauf des Windows Betriebssystems einen Rückgang um 15 % – im laufenden Quartal soll das Minus sogar 30 % erreichen. Sogar Apple musste bei den iPhone-Verkäufen die Erwartungen der Analysten (leicht) enttäuschen. Samsung vermeldete einen Rückgang des Gewinns um 23,6 % und geht davon aus, dass der Smartphonemarkt auch 2023 schwierig sein wird.

Big Tech baut Stellen ab

Die Reaktion der Tech Giganten klingt nun eher nach Old Economy. Es geht um Kostenkontrolle und Personalabbau. Google-CEO Sundar Pichai äußerte in einer Konferenz am Donnerstag, dass der Suchmaschinenriese zu schnell gewachsen sei und nun vorsichtiger mit Ausgaben sein müsse.

Brian Olsavsky, Chief Financial Officer von Amazon, will die aktuelle Rentabilität des Unternehmens nicht als neue Normalität akzeptieren – und entsprechende Maßnahmen ergreifen. Amazon hat Millionen Quadratmeter Lagerfläche untervermietet und in einigen Bereichen einen Einstellungsstopp verhängt. Das Unternehmen sieht sich laut Olsavsky die Kostenstruktur an und sucht nach Einsparpotenzialen.

Auch Intel will sparen. Im Jahr 2023 sollen 3 Milliarden USD weniger ausgegeben werden. Ab 2025 sollen jährliche Einsparungen in der Größenordnung von 8-10 Mrd. USD realisiert werden. Dazu soll unter anderem der Abbau von Stellen dienen.

Technologieaktien durch Zinswende besonders unter Druck

Um Einsparungen herumkommen wird wohl auch Facebook CEO Mark Zuckerberg nicht. Die Meta Aktie hat in dieser Woche mehr als  25 % an Wert verloren. Grund dafür waren katastrophale Quartalszahlen mit steigenden Kosten und rückläufigen Umsätzen.

Der Umsatz war im Jahresvergleich um 4 %, der Gewinn um 52 % auf nur noch 4,4 Milliarden USD gefallen. Im zweiten Quartal hatte Meta den ersten Umsatzrückgang der eigenen Geschichte vermelden müssen. Zuckerberg kündigte an, dass durch Stellenabbau und den Abbau von Büroflächen gespart werden soll.

Auch für die Google Mutter Alphabet werden die Geschäfte schwieriger – der Aktienkurs gab in dieser Woche um mehr als 10 % nach. Gemeldet wurde in dieser Woche unter anderem der erste Rückgang bei den Anzeigenverkäufen gegenüber dem Vorjahr über die Plattform YouTube überhaupt.

Die Kursverluste bei Big Tech ordnen sich dabei in ein größeres Bild ein. Der Nasdaq 100 Index hat seit Jahresbeginn rund ein Drittel an Wert verloren. Das Wachstum in vielen Bereichen verlangsamt sich. Gleichzeitig leiden Technologieunternehmen besonders unter der Zinswende.

Mittlerweile ist die Überbewertungen im Technologiesektor vielen Analysten zufolge allerdings weitgehend abgebaut. Möglicherweise ergeben sich in nächster Zeit die ersten Einstiegschancen – gerade auch, weil viele Technologieunternehmen nun zum ersten Mal seit langer Zeit ihre Kosten unter Kontrolle halten müssen.

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