Billionenbeträge auch 2023

Aktienrückkäufe: Manager im Kaufrausch

GoldGeldWelt Redaktion - 27.02.2023

US-Unternehmen gaben für Aktienrückkäufe im vergangenen Jahr mehr als eine Billion USD aus. Im Januar erreichte das angekündigte Volumen erneut einen Rekordwert.

US-Konzerne tätigten 2022 Aktienrückkäufe für 1,03 Bio. USD

US-Konzerne haben im vergangenen Jahr eigene Aktien im Wert von 1,03 Billionen USD zurückgekauft. Dies berichtete unlängst die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf das Beratungs- und Researchunternehmen Birinyi Associates. Demnach wurden im vergangenen Jahr Aktienrückkäufe in Höhe von 1,26 Billionen USD angekündigt. 82 % der angekündigten Summe wurde tatsächlich ausgegeben.

Die Unternehmen sind damit einer der größten Käufer ihrer eigenen Aktien. Dies wird durchaus kritisch gesehen. Jeff Rubin, Forschungsdirektor bei Birinyi Associates etwa, verwies auf eine Umfrage, der zufolge bis zu 98 % der Befragten CEOs sich um eine Rezession sorgten – gleichzeitig aber immer noch genügend Geld für Aktienrückkäufe zur Verfügung stellten.

Ein Ende des Trends ist jedoch nicht in Sicht. Im Monat Januar haben US-Unternehmen Aktienrückkäufe im Umfang von 132 Milliarden USD angekündigt – 15 % mehr als im bisherigen Rekordjanuar 2021.

USA besteuert Aktienrückkäufe mit 1 %

Die Politik nimmt die Praxis bereits ins Visier. Das Geld, so der Tenor, sei in Investitionen in langfristiges Wachstum wie Technologie oder Sozialleistungen für Mitarbeiter besser aufgehoben.

Die US-Politik hat darauf auch reagiert und eine Steuer in Höhe von 1 % auf Aktienrückkäufe eingeführt. Die Steuer tritt in diesem Jahr in Kraft. Gleichwohl bleiben die Käufe damit deutlich geringer besteuert als Dividendenausschüttungen – eine alternative Möglichkeit für Unternehmen für Zahlungen an ihre Aktionäre.

Für ein Aufflammen der Diskussion über eine höhere Besteuerung hatte unter anderem der US-Ölkonzern Chevron (WKN: 852552, ISIN: US1667641005) gesorgt. Nach Rekordgewinnen kündigte das Unternehmen an, ab April ein Aktienrückkaufprogramm im Umfang von 75 Milliarden USD zu starten.

Dem Portal Marketbeat zufolge rückt Chevron damit nah an das derzeit größte laufende Aktienrückkaufprogramm von Apple (90 Milliarden USD). Aber auch Walmart und Morgan Stanley (jeweils 20 Milliarden USD), Nike (18 Milliarden USD), Texas Instruments, Home Depot, Cisco (15 Milliarden USD), Visa (12 Milliarden USD) sowie Salesforce, Broadcom, Norfolk Southern und Exxon Mobil (jeweils 10 Milliarden USD) sind große Käufer der eigenen Aktien.

Was sollten Privatanleger über Aktienrückkäufe wissen?

Auch in Europa gibt es Aktienrückkäufe. 2021 wurden Rechnungen des „Handelsblatts“ zufolge Aktien im Wert von 18 Milliarden EUR durch DAX Konzerne zurückgekauft. 2022 hatten unter anderem Adidas, SAP, Deutsche Post und BASF Rückkaufprogramme angekündigt. BASF hat das Programm mittlerweile eingestellt.

Auch dies gilt es über Aktienrückkaufprogramme zu wissen: Die Ankündigung ist nicht gleichzusetzen mit einer zwingenden Selbstverpflichtung zur Umsetzung. Unternehmen können angekündigte Programme jederzeit verringern, aussetzen oder aufschieben.

Generell sind die Programme in Europa weniger verbreitet als in den USA. Eine Studie von Flossbach von Storch Studie aus dem Jahr 2015 kam für DAX und MDAX zu dem Ergebnis, dass seit 2005 85 % des ausgeschütteten Kapitals in Form von Dividenden gezahlt wurde. Lediglich 15 % der Rückzahlungen entfielen auf Aktienrückkäufe.

Aktienrückkaufprogramme bieten Anteilseignern Vorteile. Unternehmen können die Aktien vernichten. Der Gewinn verteilt sich dadurch auf weniger Aktien und fällt somit pro Aktie höher aus. Dies gilt auch für die Dividende. Da Unternehmen Aktien an der Börse zurückkaufen, steigt die Nachfrage, was den Aktienkurs tendenziell stützt.

Über das Wohl ihrer Aktionäre hinaus gibt es für Unternehmen weitere Beweggründe für den Rückkauf eigener Aktien. Dazu gehört zum Beispiel die Abwehr feindlicher Übernahmen oder auch der Aufbau eines eigenen Aktienbestands für die Finanzierung von Akquisitionen. Die Ankündigung der Umsetzung eines Aktienrückkaufprogramms führt allerdings nicht zwingend zu einer Outperformance der betreffenden Aktien.

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