Bus- und Zugbetreiber wird mit 4 Mrd. EUR bewertet

Flix IPO: Eine Chance für Anleger?

GoldGeldWelt Redaktion - 08.03.2023

Flix plant offenbar den Gang an die Börse. Der Umsatz des Unternehmens ist den vergangenen Jahren abgesehen von coronabedingten Einbrüchen stark gewachsen.

Über den anstehenden Börsengang berichten laut Börsenzeitung unter anderem Personen, die „mit der Angelegenheit vertraut sind“. Flix führe demnach Gespräche mit potentiellen Banken für ein IPO. Das Münchner Unternehmen könnte dabei mit bis zu 4 Milliarden EUR bewertet werden. Dem Handelsblatt zufolge will Flix IPO Berater mit der Aufstellung des Bankenkonsortiums beauftragen.

Umsatz 2022: +185 % - erster Gewinn der Firmengeschichte

Das Unternehmen konnte seinen Umsatz im Jahr 2022 um mehr als 185 % auf 1,5 Milliarden EUR steigern. Im selben Jahr wurde auch erstmals in der zehnjährigen Firmengeschichte ein positives Betriebsergebnis erzielt. Im Vergleich zum letzten Vor-Corona-Jahr 2019 entspricht der Umsatzanstieg immer noch mehr als 50 %. Damals wurden 970 Millionen EUR Umsatz erzielt.

Im Februar 2022 gab die frühere Flix Mobility GmbH die Umfirmierung in Flex SE bekannt. Zu den bisherigen Anteilseignern gehören unter anderem General Atlantic und der Verlag Georg von Holtzbrinck.

In trockenen Tüchern ist die Entscheidung für ein IPO allerdings noch nicht. Bei der Bekanntgabe der Zahlen hatte CEO Schwämmlein lediglich angedeutet, das Unternehmen werde einem solchen Schritt gelassen entgegensehen und gegebenenfalls auf bessere Marktbedingungen warten.

Unklar ist auch noch, in welchem Umfang Anteile im Rahmen eines Börsengangs veräußert werden könnten. Im vergangenen Jahr war der IPO Markt in Europa ausgesprochen schwach. Das Marktumfeld war durch die hohe Inflation, den Krieg in der Ukraine und damit verbundene Rezessionssorgen eingetrübt.

Story startet mit Abschaffung von 80 Jahre altem Gesetz

Flix wurde im Jahr 2013 durch Jochen Engert, André Schwämmlein und Daniel Krauss in München gegründet. Schwämmlein ist heute CEO, Krauss CIO. CFO ist mit Christoph Debus der frühere Condor CFO und Thomas Cook Group Airlines CEO.

Der Anlass der Gründung war der Wegfall des Bahnmonopols im selben Jahr. Zuvor galt rund 80 Jahre lang ein Verbot für private Fernbuslinien. Dieses sollte die staatliche Bahn vor unliebsamer Konkurrenz schützen. Lediglich wenige Ausnahmen waren zugelassen – etwa für die Strecke nach Westberlin.

2015 wurde das Fernbusnetz in andere europäische Länder ausgebaut. Mittlerweile ist das Unternehmen in 39 Ländern Europas, in den USA in Südamerika vertreten. Neben Bussen betreibt das Unternehmen unter der Marke Flix Train auch Züge – diese sind im selben einschlägigen Grün gehalten wie die Busse.

Das zentrale Verkaufsargument gegenüber den Kunden: Einfache und volldigitale Buchungen, umweltfreundliches Reisen zu erschwinglichen Preisen und ein großes Netzwerk mit vielen (auch direkten) Verbindungen.

Flix fährt rund 3000 Ziele an und kooperiert dabei häufig mit regionalen Buspartnern. Auch bei den Flix Train Fernzügen basiert das Modell auf Kooperationen mit privaten Zugbetreibern. In den USA besitzt Flix neben dem Greyhound Netz auch eigene Strecken, die unter der Marke FlixBus US abgedeckt werden.

Erfolgsfaktor Digitalisierung

Der Erfolg, so schreibt das Unternehmen auf seiner Homepage, basiere auf einem international einzigartigen Geschäftsmodell: Der Digitalisierung eines traditionellen Verkehrsmittels wie Bus und Bahn. Ganz kristallklar ist dies als USP nicht. Auch andere Verkehrsmittel wie die Deutsche Bahn, private Zugbetreiber etc. lassen sich mittlerweile volldigital buchen.

Flix setzt hier auf verschiedene weitere technische Entwicklungen. Dazu gehören ein „richtungsweisendes Buchungs- und Ticketingsystem, die FlixBus-App, kostenloses Wifi oder GPS-Livetracking“ und „Pünktlichkeits-Management Innovationen“.

Für FlixBus sprechen die Probleme der Konkurrenz – insbesondere der Deutschen Bahn. Diese sieht sich mit einem maroden Streckennetz, einem überholungsbedürftigen Fuhrpark, chronischem Personalmangel und zunehmend unzufriedenen Kunden konfrontiert. In diesem Umfeld ist durchaus vorstellbar, dass FlixBus dauerhaft Gewinne einfährt.

Auch Busunternehmen sehen sich jedoch einen Mangel an Arbeitskräften gegenüber. Dennoch könnte FlixBus als vergleichsweise wenig konjunktursensitives Unternehmen mit zuletzt hohen Wachstumsraten seinem Platz im Depot finden.

Die Umsatzzahlen in den Jahren vor Corona und 2022:

  • 2015: 215,3 Millionen EUR

  • 2016: 352,1 Millionen EUR

  • 2017: 520,5 Millionen EUR

  • 2008: 710,7 Millionen EUR

  • 2019: 969,6 Millionen EUR

  • 2022: 1,5 Milliarden EUR

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