Unabhängiger als andere Wirtschaftsräume

Geldanlage: Sind US-Aktien jetzt die bessere Wahl?

GoldGeldWelt Redaktion - 30.09.2022

Der Aktienmarkt hat deutlich korrigiert. Aufgrund multipler Krisen ist der Einstieg jedoch mit größeren Unsicherheiten verbunden. Manches spricht dafür, dass US-Aktien zu diesem Zeitpunkt die bessere Wahl sein könnten.

Der Assetmanager Columbia Threadneedle sieht in US-Aktien derzeit die tendenziell beste Option am Aktienmarkt. William Davies, Global Chief Investment Officer sagte gegenüber der Börsen-Zeitung vor einigen Tagen, die US Wirtschaft sei unabhängiger als andere Wirtschaftsräume. Zudem gebe es in den USA Anreize für Unternehmen, einerseits in die Entwicklung nachhaltiger Produkte wie Elektromobilität zu investieren, andererseits aber auch die Lieferketten zu renationalisieren. Damit dürfte Davies auf den Inflation Reduction Act anspielen, der z. B. Subventionen an die Lieferketten bindet.

Schwaches China und angeschlagene Emerging Markets

Eine Rezession in den USA und Europa sei jedoch sehr wahrscheinlich. Entscheidend sei nun, wie heftig diese Rezession ausfallen werde. Konjunkturelle Unsicherheiten gebe es global. So hätten Chinas Konjunkturprogramme nicht zu positiven Wachstumsimpulsen geführt. Die Volksrepublik sei zudem durch die Null-Covid-Politik und den damit zusammenhängenden Schließungen belastet. Dies zögere einen Konjunkturaufschwung hinaus.

Viele Schwellenländer litten zudem unter einem starken Dollar und hohen Rohstoffpreisen. Dadurch stiegen die Kosten für den Import von Energie und Nahrungsmitteln. Die Schwellenländer seien durch die Zinswende und den starken Dollar besonders gefährdet. Die Situation erschwere die Bedienung von Verbindlichkeiten und den Zugang zu Kapital für Emittenten aus den Emerging Markets.

Europa steht vor vielfältigen Problemen

In Europa indes gibt es eine Vielzahl von Problemen. Die Energieknappheit ist besonders stark ausgeprägt, die Preise für Gas und Strom teils exorbitant hoch. Viele Unternehmen haben bereits ihre Produktion gedrosselt oder ganz eingestellt. Der schwache Euro verteuert Energieimporte zusätzlich. Anhaltende Lieferkettenprobleme und energiepreisbedingte Betriebsschließungen lassen zudem nicht vermuten, dass ein schwächerer Euro die Exporte stimulieren könnte.

Nicht zuletzt sieht sich auch Europa mit einer Zinswende konfrontiert, die – bei weiterem Voranschreiten – manche Unternehmen und auch Staaten in Bedrängnis bringen könnte. Als unsicherer Kantonist gilt hier insbesondere Italien, das am vergangenen Sonntag eine neue Regierung gewählt hat. William Davies glaubt, dass das Ergebnis der Wahlen „Auswirkungen auf die Position des Landes innerhalb der Eurozone und darüber hinaus haben könnte“. Viele Aktien im italienischen Index FTSE MIB seien zudem stark mit Russland und Osteuropa verbunden. Dies gelte insbesondere für Finanzwerte.

Starker US-Dollar dämpft Verluste

Wer heute in US-Aktien investiert, kann durch Wechselkursgewinne des USD möglicherweise profitieren und schon allein durch diese Wechselkurseffekte bessere Ergebnisse erzielen. Wie stark diese Wechselkurseffekte sind, zeigt ein Blick auf die letzten zwölf Monate. Der S&P500 hat in den letzten zwölf Monaten rund 17 % an Wert verloren. Im selben Zeitraum gewann jedoch der US-Dollar rund 15 % gegenüber dem Euro hinzu. Das Gesamtergebnis in Euro fällt somit deutlich besser aus als bei einem Investment in den Euro Stoxx50, der in letzten zwölf Monaten 20 % an Wert verlor. Der DAX hat den letzten zwölf Monaten sogar rund 22 % eingebüßt.

Einzeltitel statt Gesamtmarkt?

Davies empfiehlt die Analyse von Einzeltiteln und erteilt damit einem Einstieg in den Gesamtmarkt zum jetzigen Zeitpunkt indirekt eine Absage. Der Vermögensverwalter fokussiert sich auf Aktien mit starker Bilanz und führt als Beispiel unter anderem Microsoft und Eli Lilly aus den USA, aber auch Schneider Electric aus Frankreich und  Novo Nordisk aus Dänemark an. Diese Unternehmen profitierten von langfristigen strukturellen Trends.

Wann es zu einer Trendwende nach oben kommt, dürfte nicht zuletzt vom Verlauf des Zinserhöhungszyklus abhängen. Für die kommenden Monate und Quartale sind weitere Zinserhöhungen auf breiter Front zu erwarten. Lässt die Inflation nach, könnten auch die Notenbanken die Zügel wieder lockerer lassen. Wie wichtig die Geldpolitik für die Aktienmärkte mittlerweile ist, zeigt eine Entscheidung der britischen Notenbank aus dieser Woche. Entgegen dem eigentlichen Straffungsprogramm wurden kurzzeitig Anleihekäufe durchgeführt, um das britische Pfund zu stützen. Die Folge war ein nahezu globales Plus an den Aktienmärkten – wenngleich sich dieses als Strohfeuer entpuppte.

Weitere relevante Beiträge zu diesen Themen finden Sie unter  USAUS-AktienAktienmarktWirtschaftWirtschaftsräumeInflation Reduction ActLieferkettenRohstoffpreiseEnergiepreiseEmerging MarketsEuropaGasStrompreiseEuroZinswendeUS-DollarS&P500Euro Stoxx50DAXMicrosoftEli LillySchneider ElectricNovo NordiskInflation  und  Notenbanken .

Technologie-Hotstock

Direct Communication Solutions plant NYSE Listing – und legt starke Zahlen vor

Welche Kryptobörsen sind sicher und günstig?

Die 10 größten Kryptobörsen

Nach FTX Pleite

Ist Bitcoin sicher?

Hinweis auf mögliche Interessenskonflikte

Die hier angebotene Berichterstattung stellt keine Kauf- bzw. Verkaufsempfehlung von Wertpapieren dar und ist weder explizit noch implizit als Zusicherung etwaiger Kursentwicklungen zu verstehen. Die Munsch International LTD und ihre Autoren schließen jede Haftung diesbezüglich aus. Die Berichterstattung dient ausschließlich der Leserinformation und stellt zu keinem Zeitpunkt eine Handlungsaufforderung dar. Zwischen der Munsch International LTD und den Lesern der von ihr veröffentlichten Artikel entsteht keinerlei Beratungsverhältnis. Die Berichterstattung bezieht sich lediglich auf die jeweils genannten Unternehmen, nicht aber auf eine individuelle Anlageentscheidung. Laut §34b WpHG möchten wir darauf hinweisen, dass Partner, Autoren, Mitarbeiter und sonstige Bekannte der Munsch International LTD Wertpapiere der jeweils angesprochenen Unternehmen halten können und den Handel mit diesen Wertpapieren beabsichtigen, wodurch ein Interessenskonflikt bestehen kann. Ferner kann zwischen den hier erwähnten Unternehmen und der Munsch International LTD ein Beratungs- oder sonstiger Dienstleistungsvertrag bestehen oder bestanden haben, womit ebenfalls ein Interessenkonflikt besteht. Da wir zu keinem Zeitpunkt ausschließen können, dass auch andere, Medien, Research- und Börseninformationsdienste die von uns erwähnten Werte im gleichen Zeitraum besprechen, kann es zu einer symmetrischen Informations- und Meinungsgenerierung kommen. Eine Veränderung, Verwendung oder Reproduktion dieser Publikation ohne eine vorherige schriftliche Zustimmung von der Munsch International LTD ist untersagt. Bitte lesen Sie auch unsere vollständigen AGB und Disclaimer.

Top informiert, clever investiert

Über 150.000 Leser kennen GoldGeldWelt. Erhalten Sie kostenfrei die neusten Artikel aus der Redaktion und zeitkritische Informationen zu Aktien unserer Watchlist.

Durch Klick auf die Schaltfläche erklären Sie sich mit unseren AGB und Datenschutzbestimmungen einverstanden.

Folgen Sie uns auf Social Media
Verlangsamung der Zinserhöhungen

USA: Powell signalisiert 50 Basispunkte – Zinskurve extrem invers

Gewinnrückgang erwartet

Stoppt die Berichtssaison die Rallye am Aktienmarkt?

Investmentchance Wasserstoff

Die Zukunftstechnologie im Fokus der Geldanlage. Lernen Sie in diesem exklusiven Spezialreport verblüffende Fakten zu Wasserstoff und erfahren Sie in welche 16 TOP Aktien Sie clever investieren können:

Hier eBook als PDF downloaden