Ant Group Aktie vor Comeback?

Jack Ma und die Ant Group: Eine Trennung auf Chinesisch

GoldGeldWelt Redaktion - 11.01.2023

Letzten Samstag wurde es Gewissheit: Jack Ma wird nicht länger die Fäden beim FinTech Giganten Ant Group ziehen. Die Abhängigkeit des Unternehmens von dem Milliardär soll deutlich verringert werden. Ma hatte sowohl die Alibaba Group als auch Ant (mit-)gegründet.

Ma bekleidet derzeit keine formal  leitende Position bei Ant und ist auch nicht Mitglied des Vorstands. Seine Kontrolle übt er über ein anderes Unternehmen aus, an dem er die beherrschende Stellung besitzt. Die dieser Konstruktion zugrunde liegenden Vereinbarungen sollen nun gekündigt werden.

Künftig sollen Jack Ma und neun weitere Führungskräfte die Stimmrechte besitzen. Jack Ma wird Anteile an einem von zwei Unternehmen besitzen, die wiederum Stimmrechte an der Ant Group innehaben. So vermeldet es das Wall Street Journal.

Der weitgehende Ausstieg von Jack Ma folgt auf Vorgaben der Pekinger Regierung. 2020 sagte Peking den Börsengang der Ant Group  ab. Damals war das Unternehmen mit mehr als 300 Milliarden USD bewertet worden.

Es folgten strengere Regulierungen, die Ant zwangen, Geschäftsbereiche wie zum Beispiel Versicherungen und Kredite neu zu strukturieren. Das einstige FinTech wird nun zu einer Holdinggesellschaft umgebaut, die der regulären chinesischen Finanzregulierung unterliegt.

Durch die Umstrukturierung wird der Plan, den Börsengang doch noch zu vollziehen, weiter verschoben. Das chinesische Wertpapiergesetz sieht für Unternehmen nach einem Wechsel der effektiven Führung und Kontrolle eine Karenzzeit bei Börsengängen vor.

Wie unter anderem das Wall Street Journal berichtet, wird auch die Kommunistische Partei de facto einen der zehn künftigen Stimmberechtigten stellen. Dies folgt einer Linie Pekings, größeren Einfluss auf Technologiekonzerne zu nehmen und die Macht von deren oft milliardenschweren Gründern und Lenkern zu beschneiden.

Besonders deutlich zeigt sich dies 2020, als Jack Ma wenige Tage vor dem geplanten Börsengang der Ant Group eine kontroverse Rede gegen die chinesischen Aufsichtsbehörden hielt. 2019 hatte sich der als exzentrisch geltende Milliardär aus der Führung von Alibaba verabschiedet, die Kontrolle über die an Ant aber behalten.

Entkommt die Ant Group Pekings regulatorischem Würgegriff?

Mit dem weitgehenden Ausstieg aus dem Unternehmen eröffnet Jack Ma der Ant Group möglicherweise einen Ausweg aus dem regulatorischen Würgegriff der chinesischen Regierung. Vor dem „großen Durchgreifen“ der KP konnte sich China über einen dynamischen Technologiesektor freuen. Heute sind viel Regulierung und wenig Wachstum die Realität.

Möglicherweise ist der Höhepunkt der politischen Drangsalierung jedoch bereits überschritten. So genehmigten die chinesischen Finanzaufsichtsbehörden  rund eine Woche vor der Bekanntgabe des Rückzugs von Jack Ma eine Finanzierungsrunde im Umfang von umgerechnet 1,55 Milliarden USD.

Unter den so an Bord geholten  neuen Investoren ist auch ein Unternehmen, das von der lokalen Regierung der Stadt Hangzhou unterstützt wird – Hangzhou ist der Sitz von Ant Group und Alibaba.

Ein neuer Börsengang ist derzeit nicht geplant. Dazu wird es wohl frühestens  nach der Erteilung der Finanzholding-Lizenz kommen. Mit dieser Lizenz würde das Unternehmen ähnlich wie eine Bank reguliert – inklusive hohen Anforderungen an Reservekapital und einer engmaschigen Überwachung durch die Aufsichtsbehörden.

Die frühere Bewertung von 300 Milliarden USD dürfte nicht mehr erreicht werden. 300 Milliarden USD ist derzeit auch die Alibaba wert, dass ein Drittel der Ant Group besitzt. Seit dem Höchstkurs Ende 2020 hat Alibaba allerdings zwei Drittel seines Wertes verloren.

Ant Group Großaktionär Ali Baba: Aktie startet stark ins Jahr

Viele Markteilnehmer hoffen nun, dass der E-Commerce- und Technologiesektor Chinas wieder auf einen (moderaten) Wachstumspfad zurück kehrt. An die Dynamik der 2010er Jahre dürfte jedoch schon allein aufgrund der weiterhin kritischen Regulatoren nicht angeknüpft werden.

Die Alibaba Aktie (WKN: A117ME, ISIN: US01609W1027) jedenfalls startete ausgesprochen stark ins Jahr 2023. Allein bis zum 10. Januar legte das Papier um fast 27 % zu. Offenbar gehen die Marktteilnehmer davon aus, dass der Ausstieg von Jack Ma bei der Ant Group einen Meilenstein bei der Normalisierung der Beziehung des Unternehmens zu Partei und Regierung darstellt.

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