Schwindenden Reserven und strukturellen Unterinvestitionen

Öl und Gas: Märkte unterschätzen laut Saudi Aramco langfristiges Unterangebot

GoldGeldWelt Redaktion - 27.09.2022

Die Märkte unterschätzen laut einer Analyse des Aramco Konzerns die langfristige Unterversorgung der Öl- und Gasmärkte. Die Kombination aus schwindenden Reserven und strukturellen Unterinvestitionen könnte den nächsten Aufschwung abwürgen, lange bevor er überhaupt in Sicht ist.

Investitionen in Öl und Gas sinken um mehr als 50 %

Das saudi-arabische Ölunternehmen Saudi Aramco (WKN: A2PVHD, ISIN: SA14TG012N13) geht davon aus, dass die Welt vor einer „ernsthaften und langanhaltenden Energiekrise“ steht. CEO Nasser mahnte, dass mehr Investitionen in Öl und Gas notwendig seien.

Saudi Aramco zufolge sind mangelnde Investitionen in fossile Brennstoffe ursächlich für die globale Energiekrise. Nasser warnte zugleich vor einer weiteren Zuspitzung im Fall einer Konjunkturerholung.

Dem Aramco CEO zufolge werden die wenigen freien Förderkapazitäten dann schnell ausgeschöpft sein. Bis die Welt und die Märkte sich dieses Risikos gewahr würden, sei es möglicherweise zu spät.

Die Saudis hatten in der Vergangenheit häufiger kritisiert, Regierungen und Investoren im Westen setzten unrealistische Erwartungen in die (schnelle) Substitution von Öl und Gas durch erneuerbare Energien.

Nasser verwies darauf, dass globalen die Öl- und Gasinvestitionen im Jahr 2021 noch 300 Milliarden USD betragen hätten. 2014 seien es nur 700 Milliarden USD gewesen. 2022 seinen die Investitionen wieder angestiegen – aber „zu wenig und zu spät“.

Der Konflikt in der Ukraine sei nicht die eigentliche Ursache der Energiekrise, sondern habe diese lediglich verstärkt. Selbst bei einem sofortigen Ende des Krieges werde die Energiekrise nicht enden.

Westliche Nationen zahlten nun den Preis für die Abkehr von fossilen Brennstoffen, die bislang nicht durch Sonnen und Wind ersetzt werden könnten. „Wie diese Krise gezeigt hat, war der Plan nur eine Kette von Sandburgen, die von Wellen der Realität weggespült wurden“. Milliarden Menschen seien nun mit knapper Energie und steigenden Lebenshaltungskosten konfrontiert – insbesondere Europa stehe vor einem „kalten und harten Winter“.

Öl- und Gasproduzenten aus der zweiten Reihe schließen Lücken nicht wie erhofft

Die Welt benötigt also neue Kapazitäten für die Gasförderung und dementsprechende Investitionen. Doch viele große, börsennotierte Energieunternehmen investieren freie Mittel bevorzugt in den Schuldenabbau, Aktienrückkaufprogramme und Dividendenzahlungen. Die Aktionäre sind immer weniger zu risikobehafteten Investitionen bereit.

Dieser Trend lässt sich bereits seit Jahren beobachten - und hat dazu geführt, dass Öl- und Gasförderer aus der zweiten Reihe an Bedeutung gewinnen. So haben Unternehmen im Perm-Becken von West-Texas und New Mexico während des pandemiebedingt niedrigen Ölpreises wesentliche Teile der Bohrinseln erworben. Laut Wall Street Journal sind diese Unternehmen mittlerweile im Besitz von rund der Hälfte der Bohrinseln – gegenüber einem Viertel vor der Pandemie.

Der Boom jedoch ist vorbei. Die Förderer drosseln ihr Wachstum und investieren weniger in die Erschließung neuer Kapazitäten. Ein Grund dafür: Die Unternehmen aus der zweiten und dritten Reihe verfügen nicht über die notwendigen Mittel für weitere Investitionen. Auch Lieferkettenprobleme verlangsamen neue Bohrungen.

Seit Dezember wurden laut dem Branchendienst Enverus 22 neue Bohrinseln erschlossen - und das bei einem Ölpreis von bis zu 120 USD pro Barrel. Im vergangenen Jahr wurden 86 neue Produktionsstätten eröffnet.

Insgesamt wurden die Hoffnungen auf eine Ausweitung der US-Ölproduktion durch kleinere Unternehmen bislang somit nur teilweise erfüllt.

Neue Standorte müssen her

Um die globalen Kapazitäten schnell und ausreichend anzuheben, müssen deshalb mehr Unternehmen aus der zweiten Reihe an zusätzlichen Standorten aktiv werden. Öl- und Gasförderer mit guten Standorten und ausgereiftem technischen Know-how können schnell an den Markt und ihre Produktion dort mit attraktiven Margen unterbringen.

Ein Beispiel für solche Unternehmen ist der Öl- und Gasproduzent Calima Energy (ASX: CE1, ISIN: AU000000CE10, WKN: A2DWL4), der über drei Projekte in der kanadischen Region Montney verfügt und seit 2021 mit Blackspur Oil Corp. kooperiert. Die Projekte sind zum Teil noch in der Erschließung, zum Teil bereits seit Jahren in der Produktionsphase.

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