Größter Börsengang seit der Deutschen Telekom

Porsche IPO: Was Anleger jetzt wissen müssen

GoldGeldWelt Redaktion - 23.09.2022

Es ist der größte Börsengang seit der Erstnotiz der Deutschen Telekom 1996: Das Porsche IPO stößt auf großes Interesse der Anleger. Wie genau läuft der Börsengang ab? Welche Termine und Preise müssen Investoren kennen? Und welche Perspektiven bietet die Porsche Aktie?

Porsche IPO: Der Hintergrund

Am 05. September hat der VW Konzern die Pläne für den Börsengang der Porsche AG (WKN: PAG911, ISIN: DE000PAG9113) mitgeteilt. Im Rahmen des IPO sollen bis zu 25 % der stimmrechtlosen Porsche-Vorzugsaktien öffentlich angeboten werden – und zwar auch gegenüber Privatanlegern.

Zur Vorbereitung des Börsengangs wurde das Grundkapital der Porsche AG in jeweils 50 % Vorzugsaktien und 50 % Stammaktien aufgeteilt. Im Rahmen des IPO werden maximal 25 % der Vorzugsaktien platziert. Gleichzeitig erwirbt die Porsche Automobil Holding SE 25 % + eine Aktie der Stammaktien der Porsche AG von der VW AG. Der Preis entspricht dem Platzierungspreis der Vorzugsaktien zzgl. 7,5 % Aufschlag.

Die Volkswagen Aktionäre sollen profitieren. Bei einem erfolgreich verlaufenden IPO soll auf einer außerordentlichen Hauptversammlung im Dezember eine Sonderdividende in Höhe von 49 % der Bruttogesamterlöse aus dem Verkauf von Vorzugs- und Stammaktien beschlossen werden.

Auch nach dem IPO bleibt die Volkswagen AG bei Stamm- und Vorzugsaktien Mehrheitseigentümerin der Porsche AG.

Mit den Einnahmen will Volkswagen Investitionen finanzieren. Das Unternehmen „wandelt sich zu einem vertikal integrierten Mobilitätskonzern und hat das Ziel, einer der führenden Anbieter von softwarebasierter Mobilität zu werden“, heißt es in der Mitteilung.  Die Porsche AG profitiere durch das IPO von „mehr Agilität und unternehmerischer Freiheit“ und könne die schon heute erfolgreiche Strategie künftig noch besser umsetzen.

Preisspanne und Co.: Die Details des Börsengangs

Am 18. September hat Volkswagen weitere Details zum geplanten Porsche IPO bekannt gegeben. Demnach wird die Preisspanne auf 76,50 EUR-82,50 EUR pro Vorzugsaktie festgelegt. Platziert werden inklusive Mehrzuteilungsoption maximal 113.870.000 Vorzugsaktien. Das Platzierungsvolumen beläuft sich innerhalb der Preisspanne somit auf 8,71-9,39 Milliarden EUR.

Vier sogenannte Cornerstone Investoren – QIA, Norges Bank Investment Management, T. Rowe Price und ADQ - erwerben zu einem Preis am oberen Ende der Spanne VZ Aktien im Gesamtwert von bis zu 3,68 Milliarden EUR.

Die Zeichnungsperiode startet am 20. September und endet am 28. September. Erster Handelstag an  der Frankfurter Wertpapierbörse wird der 29. September sein.

Ist die Porsche Aktie attraktiv?

Wie sich die Aktie nach dem IPO entwickelt, ist naturgemäß offen. Mehrere Analysten haben den Marktwert von Porsche zuletzt auf 70-85 Mio. EUR geschätzt. Am oberen Ende der Preisspanne wären alle 911 Millionen Porsche AG Aktien (von denen nun nur ein kleiner Teil auf den Markt kommt) rund 75 Milliarden EUR wert.

Das Interesse der Anleger ist jedenfalls groß. Wie das „Handelsblatt“ unter Berufung auf einen Investmentbanker berichtete, sei die Emission voraussichtlich über die gesamte Preisspanne überzeichnet – auch am oberen Ende.

Bereits am Dienstag sind demnach Orders für alle zum Verkauf stehenden Aktien eingegangen. Das bedeutet allerdings nicht, dass ein IPO automatisch ein Erfolg wird. Davon gehen Konsortialbanken üblicherweise aus, wenn das Angebot mindestens zweifach überzeichnet ist.

Porsche gilt als relativ krisenresistentes Unternehmen. Die kaufkräftige Klientel ist weniger stark von Wirtschaftskrisen, Inflation, Energiekrise etc. betroffen. Zudem ist das Unternehmen international aufgestellt – die beliebten Sportwagen werden in zahlreichen Ländern verkauft.

Kritik an VW

Der Porsche Börsengang wird auch kritisiert. Kritisch beäugt wird etwa die Doppelrolle von Oliver Blume, der gleichzeitig Chef des Sportwagenbauers und des VW-Konzerns ist. Ihm und seinen Vorstandskollegen winkt ein Millionenbonus.

Auch die VW-Aktionäre außerhalb der Familien Porsche und Piech werden nach Ansicht von Kritikern benachteiligt. So verkauft Volkswagen die Sperrminorität an Porsche nach Ansicht der Kritiker zu billig an die Porsche SE, deren Eigentümer die Familien Porsche und Piech sind. Dies geht Kritikern des Börsengangs zufolge zulasten der sonstigen VW Anteilseigner. Anstelle des nun geplanten Aufschlags von 7,5 % sehen viele Beobachter einen Aufschlag von 30 % als angemessen an.

So entwickelt sich die Porsche Aktie auf dem Graumarkt

Auf dem Graumarkt wird die Porsche Aktie bereits gehandelt. Seit dem 21 September schwankt der Kurs zwischen 88 EUR und 97,50 EUR und liegt damit über der geplanten Preisspanne.

 Am Graumarkt – auch als Handel per Erscheinen bezeichnet – werden Wertpapiere noch vor ihrem IPO über außerbörsliche Termingeschäfte gehandelt. Diese Termingeschäfte werden am Tag des IPO erfüllt.

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