Nach Quartalszahlen

Tesla Aktie nach Ausblick unter Druck: Buy The Dip?

GoldGeldWelt Redaktion - 26.01.2024

Die Tesla Aktie notiert nach dem Kursrutsch infolge der Quartalszahlen so niedrig wie zuletzt im Mai 2023. Ein reflexartiges „Buy The Dip“ ist aber womöglich nicht angebracht. In den mit hohen Erwartungen verbundenen KI-Bereichen lässt der Durchbruch auf sich warten. Dafür ist Elon Musk mit klassischen Autobauer-Problemen konfrontiert – und gerät zunehmend auch höchstpersönlich in die Kritik.

Die Tesla Aktie (WKN: A1CX3T, ISIN: US88160R1014) lag am frühen Donnerstagabend mit fast 13 % im Minus. Der Grund: Der Autobauer musste vor einem deutlich langsameren Wachstum Jahr 2024 warnen – und außerdem einen Einbruch bei der Gewinnmarge im vierten Quartal verkünden.

Tesla Aktie zweistellig im Minus: „Wachstumswarnung“ für 2024

Tesla teilte lediglich mit, dass das Wachstum laufenden Jahr „voraussichtlich geringer ausfallen“ werde als 2023. Ein konkretes Wachstumsziel wurde nicht genannt. 2023 stieg die Zahl der weltweiten Fahrzeugauslieferungen im Vergleich zum Vorjahr um 38 %. Der Autobauer von Elon Musk strebt grundsätzlich ein jährliches Wachstum von 50 % an.

Ein großes Problem kann Musk jedoch nicht erkennen. „Tesla befindet sich derzeit zwischen zwei großen Wachstumswellen“, kommentierte der CEO am Mittwoch. Das Unternehmen sei bei der Produktion eines „Low-Cost-Fahrzeugs der nächsten Generation“ sehr weit fortgeschritten. Gegen Ende 2025 könne das Unternehmen mit der Produktion dieses Fahrzeugs in seinem Werk in Texas beginnen.

Zuvor hatte der Autohersteller seinen Zulieferern offenbar mitgeteilt, dass ab Mitte 2025 mit der Produktion eines neuen Massenmarkt-Elektrofahrzeugs begonnen werden soll. Bei dem Modell soll es sich um einen kompakten Crossover handeln.

Dass der Markt auf die schwächere Prognose so drastisch reagiert, ist ein Indiz für eine wahrgenommene größere Bedeutung des Marktumfelds, das in den letzten Jahren für Tesla nur eine untergeordnete Rolle zu spielen schien.

Lange schien die Nachfrage nach den Fahrzeugen grenzenlos und die Rentabilität hoch. Nun sieht sich Tesla einer Gemengelage ausgesetzt, die auch alle anderen Autohersteller im EV-Bereich trifft: Einer hinter den Erwartungen zurückbleibenden Nachfrage, schrumpfenden Margen und immer mehr Konkurrenz. Zu dieser Konkurrenz zählt auch der chinesische Hersteller BYD, der im vierten Quartal Tesla überholte und das Unternehmen erstmals als größten E-Auto-Hersteller ablöste.

Tesla Aktie: Operatives Ergebnis halbiert sich fast

Ein Blick auf die Zahlen lohnt sich. Zwar meldete Tesla für das vierte Quartal einen Nettogewinn von 7,9 Milliarden USD und damit mehr als doppelt so viel wie im Vorjahreszeitraum. Dies war jedoch größtenteils auf einen einmaligen steuerlichen Effekt zurückzuführen.

Das operative Ergebnis sank im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 47 %, auch der Umsatz hielt mit den Erwartungen nicht Schritt. Dasselbe gilt für den Gewinn: Bereinigt wurden 0,71 USD pro Aktie im vierten Quartal gemeldet.

Die operative Marge lag bei 8,2 % – im Schlussquartal 2022 waren es noch 16 %. Dazu tragen auch die jüngsten Preissenkungen bei. So wurden die Fahrzeuge vierten Quartal durchschnittlich für geringere Preise verkauft als ein Jahr zuvor.

Elon Musk führt den gesunkenen Gewinn auch auf steigende Kosten im Zusammenhang mit dem Hochfahren der Produktion des neuen Cybertrucks sowie höhere Forschungs- und Entwicklungsausgaben zurück.

Die Bewertung von Tesla ist nach wie vor hoch. Für das Geschäftsjahr 2024 wird ein Gewinn von 3,37 USD pro Aktie erwartet. Bei einem Kurs von - auch nach dem jüngsten zweistelligen Rückgang – von mehr als 180 USD ergibt sich daraus ein sehr hohes KGV. Auch die erwarteten Gewinne für 2025 (4,58 USD pro Aktie) und 2026 (5,29 USD) rechtfertigen die Bewertung nicht.

Tesla Aktie: Warten auf den KI-Durchbruch

Es bleibt dabei: Investoren, die die höheren Bewertungen als gerechtfertigt ansehen, setzen auf die KI-Komponente in Tesla. Aber auch hier gab es jüngst mehr Unsicherheit, als Musk mehr Kontrolle über das Unternehmen forderte. Musk hatte 25 % der Stimmrechte gefordert. Investoren fragen sich: Wofür?

Der entscheidende Fortschritt beim autonomen Fahren – die Übernahme der rechtlichen Verantwortung für das Fahren der Fahrzeuge - lässt jedenfalls weiter auf sich warten. Gemessen an den im KI-Bereich gelieferten Ergebnissen erscheint die Bewertung jedenfalls sehr hoch – etwa im Vergleich zu NVIDIA, das auf geringere Multiplikatoren kommt.

Der CEO sieht sich ohnehin wachsender Kritik ausgesetzt. Er verschwende zu viel Energie für den Nachrichtendienst X und andere Unternehmen, betreibe einen riskanten Lebensstil - und habe einem futuristischen Pickup Vorrang vor erschwinglichen Elektrofahrzeugen eingeräumt, die den Erfolg von BYD befeuert haben. 

Die durch das Wall Street Journal beobachteten Journalisten sind jedenfalls skeptischer geworden. Gab es vor drei Monaten noch 16 Kaufempfehlungen, sind es aktuell 14. Gleichzeitig stieg die Anzahl der Verkaufsempfehlungen von fünf auf sieben. Das Median Kursziel liegt mit 234,50 USD gleichwohl immer noch deutlich über dem aktuellen Kursniveau.

Unser Fazit: Wer an Musk und Tesla als dauerhafte Ausnahmeerscheinung glaubt, nutzt den Kursrückgang zum Einstieg. Alle anderen sollten die hohe Bewertung und den wachsenden Druck auf den CEO als Warnsignal sehen – gerade vor dem Hintergrund der großen Herausforderungen, vor denen alle E-Auto-Hersteller stehen. 

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